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Was ist Rolfing

Rolfing ist ein Verfahren, das die Körperstrukturen des Menschen integrieren hilft und hierdurch den Einklang des Körpers mit der Schwerkraft fördert. Durch verschiedene Berührungsqualitäten schafft der Rolfer einen Spannungsausgleich im bindegewebigen Netz – den sogenannten Fascien – des Körpers. Dies und die Schulung einer Sinneswahrnehmung von Körperstrukturen und Bewegungen hilft, alte Restriktionen und Bewegungsbegrenzungen aufzuspüren. Eine aufrechte und anmutige Bewegung kann in Erscheinung treten.

  • Wollen Sie Ihren Körper besser kennenlernen?
  • Haben sie das Bedürfnis nach mehr Durchlässigkeit und Elastizität?
  • Wollen Sie mehr Gewahrsein für die beiden wichtigsten, sich wiederholenden Bewegungen des Menschen – das Atmen und das Gehen?
  • Gibt es Möglichkeiten mit physischem und/oder emotionalem Schmerz besser umzugehen?
  • Sind Sie auf der Suche nach Orientierung und mehr „Raum für mich“?
  • Wollen sie sich freier und stabiler in Ihren Bewegungen fühlen?
  • Haben Sie andere Fragen zu Ihrem Körper, die Sie erforschen wollen?

Download:
Rolfing – Strukturelle Integration
Die Faszien- und Membrantechniken von Dr. Ida Rolf
Jörg Ahrend-Löns in pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten_60 [2008] 11 (PDF, 88kb)

 

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Rolfing – Strukturelle Integration

Mehr Informationen zu Rolfing

Rolfing ist ein integrierender Prozess durch manuelle Behandlung bindegewebiger Strukturen, den sogenannten Körperfascien. Die Schulung von Bewegung und Körperwahrnehmung werden genutzt, um die Veränderungen der Körperstruktur funktionell und alltagsbezogen umsetzbar zu machen.    

Das Fasciennetz des Organismus verbindet einerseits alle anderen Körpergewebe miteinander (Stabilität), gewährleistet andererseits auf Grund seiner elastischen und verschieblichen Eigenschaften durchlässige und fließende Bewegungen des Körpers (Dynamik).
Aufgrund verschiedener Ursachen kann das Gleichgewicht von Stabilität und Dynamik innerhalb dieses Netzes gestört sein, was zu Bewegungsbeschränkungen und dem Fehlen von Durchlässigkeit bzw. Bewegungsfluß führt. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, werden in einer Serie von Sitzungen Muster, die die Beziehung verschiedener Bereiche des menschlichen Organismus´ stören aufgespürt, befreit und neu orientiert und damit in ein harmonischeres Verhältnis zur Schwerkraft gebracht.

Wenn wir in diesem Zusammenhang von „Mustern“ sprechen, denken wir üblicherweise an Haltungs- und Bewegungsmuster, die der äußeren Form des Körpers entsprechen. Wir denken dabei in erster Linie an Knochen, Muskeln, Bänder und die Haut als formgebende „Bausteine“ unseres Körpers. Bei genauerer Betrachtung ist das Zusammenwirken eines ganzen dreidimensionalen Netzes mit  verschiedenen Strukturen nötig, um das gesamte Spektrum von großen und sehr offensichtlichen Bewegungen des ganzen Körpers über feine Atembewegungen bis hin zu sehr subtilen und stillen inneren Bewegungen der Organe und Flüssigkeiten abzudecken.

Die Feinabstimmung dieser in enger Beziehung stehenden Netze von Gewebemembranen und Flüssigkeiten ist deshalb von so großer Bedeutung, weil es hohe Stabilität bei gleichzeitiger Anpassungsfähigkeit erlaubt. Man könnte auch sagen, Bewegung ist möglich, ohne dass der Körper kollabiert. Integration bedeutet also in diesem Zusammenhang, dass der menschliche Organismus gleichzeitig stabil und anpassungsfähig ist. Er ist aufrecht, anmutig und in gelassener Bereitschaft.

Eine Abfolge von kleinen Bewegungen werden zu Bewegungsmustern zusammengestellt und über  Automatismen im Nervensystem koordiniert. Konditionierungen und Lernen, kultureller Kontext und Geschlecht – um nur einige Beispiele zu nennen – bestimmen den persönlichen Ausdruck der Bewegung, über den wir nicht mehr nachdenken müssen. Einige dieser erlernten Bewegungsmuster sind jedoch nicht optimal eingestellt, sodaß es zu „Verspannungen“ kommt, die dann an charakteristischem Ort registriert werden. Diese Verspannungen sind Ausdruck für den Kampf des Körpers mit der Schwerkraft – stabil und anpassungsfähig zu bleiben. Teile unserer Stabilität und/oder Adaptivität bleiben dabei auf der Strecke. Wertvolle Ressourcen gehen verloren. Dies ist umso bedeutsamer, als dass diese Ressourcen für die Wahrnehmung, das Erfassen sowie das Deuten des Kontextes, in dem wir uns bewegen nicht mehr zur vollen Verfügung stehen. 95 % unserer Nervenaktivität werden hierfür benötigt – nur 5% dafür, die eigentliche Bewegung der Muskeln zu bewerkstelligen.

Wir sehen also, wie wichtig Wahrnehmung und Koordination für eine „gute Haltung“ sind. Wir stellen sozusagen immerwährend den Kontext für Bewegung her, indem wir alle wichtigen Informationen sinnlich aus unserer Umgebung sammeln und interpretieren. Wie gezielt und an die Situation angepasst diese Bewegungen sind, hängt von unserer  Fähigkeit ab, die Situation zu erfassen.

Ein Beispiel:
Wir stellen uns vor, einen schweren Gegenstand vom Boden zu heben. Wir gleichen aus unseren Erfahrungswerten ab, wie schwer dieser Gegenstand sein könnte  und stellen uns auf die Anforderung ein. In der Regel schätzen wir die Situation richtig ein und handeln angemessen. Unaufmerksamkeit und Überschätzung hat oft unangenehme Folgen. Viele Verletzungen im Bereich der Bandscheiben und der Wirbelsäule resultieren eher aus einer „falschen“ Vorbereitung bzw. „schlechten“ Einschätzung der Situation, als aus mangelnder Körperkraft.

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